Lina (2003-2018)

lina4Lina war eine wunderbare Hündin, die trotz ihrer schweren Schicksalsschläge lieb geblieben ist. Geboren wurde sie 2003 in Italien, dort hat sie auf der Straße gelebt. In jungen Jahren hatte sie einen Verkehrsunfall, der damalige Besitzer kümmerte sich nicht um den erlittenen Bruch des Beines und der Schulter. Der Bruch verheilte unbehandelt und seit dieser Zeit kann sie das Bein nicht mehr aufstellen, es steht ab.

Damit aber noch nicht genug – als sie hochtragend und hungrig durch ihr Heimatdorf lief, wurde sie mit heißem Wasser oder Öl übergossen. Verletzt tauchte sie bei unseren italienischen Mitgliedern auf. Die beiden versuchten so gut es ging, die Wunden zu versorgen.

Dann bekam Lina ihre Babys, insgesamt sechs Stück. In ihrem Heimatdorf bestand keine Möglichkeit, sie unterzubringen, da sie Jagdtrieb hatte, viele Leute Angst vor ihr hatten und sie von vielen verjagt wurde. Das gab den Ausschlag, die Hunde nach Frankfurt zu bringen.

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Im März 2006 kam Lina mit ihren Babys nach einer 16-Stundenfahrt mit Renate und Moni in Frankfurt an. Lina war bis dahin noch nie in einer Wohnung und das war auch nicht ihre Welt. Wir haben sie zunächst im gesicherten Teil des Gartens mit Hundeklappe in der Gartenhütte (im Winter geheizt mit Propangas) untergebracht. So konnte sie rein und raus, wie sie es wollte.

Lina fühlte sich dort von Anfang an wohl und geborgen. Sie konnte raus, um aufzupassen, und es waren dauernd Menschen da, die mit ihr knuddelten, spazieren gingen und spielten. Es gab einige Hundekumpels, die schon morgens kamen und erst abends wieder gingen. Vor allem hatte sie ihre Freiheit und konnte sich zurückziehen, wenn ihr alles zu viel wurde. Mittlerweile lebt sie in der Wohnung ihrer Pflegestelle. Nach einem schweren Gewitter mit einem Blitzeinschlag wurde ihr klar, dass es in der Wohnung doch besser ist. Da sind ihre Menschen, zu denen sie gleich gehen kann, wenn sie wieder Angst bekommt.

Die Babys haben alle ein gutes Zuhause gefunden, aber Vermittlungsversuche bei Lina scheiterten. Lina akzeptierte auf Anhieb niemanden, war nicht gerade eine Schönheit, haute ab, wenn man sie von der Leine ließ, und zerkratzte in der Wohnung einiges. Und man konnte davon ausgehen, dass sie irgendwann Probleme mit ihrer Arthrose bekommen würde.

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So wurde beschlossen, dass Lina ein Patenschaftshund der Katzenhilfe wird. Auf den Bildern sieht man auch, dass Lina sich wohl fühlte. Wir hatten einen Paten für Lina mit einem kleinen Obolus und einen Paten für ihr leibliches Wohl, der sie mit vielen Leckereien und gutem Futter versorgte.

Wir hatten ein eigenes Konto für Hundeausgaben eingerichtet, mit diesem konnten wir die Unkosten decken. Linas Arthrose hatte sich mit den Jahren jedoch verschlimmert und somit benötigte sie täglich Tabletten und Zusatzmittel, die leider sehr teuer waren. Nach einer Lasertherapie konnte der Zustand von Lina wieder verbessert werden. Bis ins hohe Alter spielte Lina im Garten mit Luna und suchte sogar auf dem Feld nach Mäusen.

Wir konnten Lina ein schönes Leben nach den vielen Qualen ermöglichen, sie wurde bei uns alt und als ihre Lebensgeister nachließen, haben wir sie schweren Herzens im März 2018 zur Regenbogenbrücke gehen lassen.